Hepatitis A

Indikation 

Für Reisende in Länder mit hohem Vorkommen von Hepatitis A. Dies sind fast alle Länder rund um den Äquator südlich und nördlich. Auch Mittelmeer-Anrainerstaaten sind betroffen.

Indikationsimpfung für sexuell gefährdete Personen, für Patienten mit häufiger Übertragung von Blutprodukten, für Bewohner von psychiatrischen Einrichtungen und vergleichbaren Einrichtungen.

Impfung wegen arbeitsmedizinischer Vorsorge für Kanalisations-und Klärwerker, Küchenpersonal, Rettungspersonal, Personal in Fürsorgeeinrichtungen, Labor-Personal.

Riegelungs-Impfung postexpositionell nach Kontakt mit Hepatitis-A-Kranken (insbesondere in Fürsorge-Einrichtungen). Bei gefährdeten Personen mit aktuellem Hepatitis-A-Kontakt und chronischer Hepatitis-B oder Hepatitis-C sollte gleichzeitig Immunglobulin verabreicht werden (lt. STIKO-Empfehlung). Der zeitliche Mindestabstand zwischen Immunglobulingabe und Lebend-Impfstoffen ist zu beachten. 

Kontraindikation 

Behandlungsbedürftige, akute Erkrankung, Unverträglichkeit früherer Impfung, Allergie gegen dem Impfstoff oder Bestandteile des Impfstoffes.

Für Kinder besteht ein Mindestalter von 1 Jahr (spezieller Kinderimpfstoff mit halber Dosis, aber identischem Impfschema). 

Schwangerschaft und Stillzeit 

Da die Datenlage nicht ausreichend ist können keine Empfehlungen abgegeben werden. 

Impfstoff 

Nichtlebend-Impfstoff. Ein Abstand zu anderen Impfstoffen muss bei der Hepatitis-A-Impfung nicht eingehalten werden.

Die Impfstoffe gelten als zuverlässig.

Der Beginn der Wirksamkeit ist ca. 2 Wochen nach der ersten Dosis. Deshalb lohnt sich eine Impfung auch noch kurz vor Reise-Antritt. Die zweite Dosis wird nach 6 Monaten gegeben (s. Herstellerinformation) Wiederholungsimpfung nach frühestens 10 Jahren. 

Personen, die vor 1950 geboren wurden und Personen aus Endemiegebieten (auch aus Familien aus Endemiegebieten) können (sofern es der Impfplan zeitlich erlaubt) sinnvollerweise auf vorhandene Hepatitis-A-Antikörper im Blut getestet werden, da Sie häufig Antikörper besitzen und eine Hepatitis-A-Impfung dann unnötig ist. 

Die gleichzeitige Gabe von Hepatitis-A-Impfstoff und Immunglobulin ist nur speziellen Fällen vorbehalten. Beispielsweise wenn Personen mit chronischer B- oder C-Hepatitis wegen akutem Hepatitis-A-Kontakt durch Sofort-Impfung geschützt werden müssen. 

Hepatitis-A-Erkrankung 

Der Ansteckungsweg bei Hepatitis-A ist fäkal-oral über kontaminierte Lebensmittel (Vorsicht mit Fisch, Muscheln  und kopfgedüngten Salaten und Gemüse) und verunreinigtes Trinkwasser (Eiswürfel). Das höchste Ansteckungsrisiko haben Kleinkinder (oft symptomarmer Verlauf) in Endemiegebieten.

Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung) ist bei Hepatitis-A kürzer als bei anderen Formen der Leber-Entzündung.  Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 6 Wochen. Vor 1950 Geborene hatten in der frühen Kindheit oft eine harmlos und symptomlos verlaufende Hepatitis-A, die unbemerkt blieb. Diese Personen können getestet werden und müssen bei Zustand nach Hepatitis-A nicht geimpft werden.

Der Zeitraum mit der höchsten Infektiosität ist ein/zwei Wochen vor bis eine Woche nach Ausbruch der Erkrankung.

Die Krankheit verläuft meist mit Allgemeinsymptomen (Bauchsymptome, Bauchschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Fieber, Kraftlosigkeit) mit oder ohne Gelbsucht (mit entfärbtem Stuhl und dunkelgelben Urin). Die Symptome treten meist einen Monat nach Ansteckung auf. Nur äußerst seltene Fälle (bei denen das Knochenmark betroffen ist) verlaufen lebensbedrohlich. Personen mit chronischer Hepatitis B oder C sollten Hepatitis-A-geimpft sein, da es bei diesem Personenkreis durch akute Hepatitis-A zu einer kritischen Einschränkung der Leberfunktion kommen kann.  Eine A-Hepatitis wird nicht chronisch.

Da es sich bei Hepatitis-A um eine Viruserkrankung handelt gibt es keine ursächliche Behandlung, aber zu körperlicher Schonung wird geraten. 

Wir empfehlen selbst Last-Minute-Reisenden die Hepatitis-A-Impfung sogar noch kurz vor Reiseantritt.