Hepatitis B

Die Hepatitis-B-Impfung gehört in Deutschland zu den Standard-Impfungen nach STIKO, die meist in Kombination mit anderen Impfstoffen (Tetanus, Diphtherie, Hämophilus influenzae  Typ B, Keuchhusten,  Polio) nach dem 2. Lebensmonat begonnen werden.
Da die Verbreitung von Hepatitis-B weltweit groß (häufigste gravierende Virus-Erkrankung weltweit) ist und die Gesundheitsgefährdung durch eine Hepatitis-B-Infektion bis zur lebensbedrohlichen Tumor-Erkrankung gehen kann, ist eine Hepatitis-B-Impfung für jeden Menschen indiziert.
Trotzdem sollen die von der STIKO definierten Indikationen für eine Hepatitis-B-Impfung erläutert werden.

Indikation 

Laut STIKO sollten gegen Hepatitis-B geimpft werden:
Chronisch Nieren-Kranke (Dialyse-Patienten),
Chronisch Leber-Kranke,
Patienten, die Blutprodukte übertragen bekommen,
HIV-Positive,
Personen mit Kontakt zu infektiösen Patienten in Familie und Wohngemeinschaften,
Sexual-Kontakt zu infektiösen Patienten und Personen mit riskantem Sexualverhalten,
Drogenabhängige und Gefängnis-Insassen,
Vor großen Operationen, insbesondere bei Einsatz einer Herzlungenmaschine,
Kontakt zu infektiösen Patienten in Fürsorgeeinrichtungen/Schulen/Kindertagesstätten/Asylbewerberheimen,
Patienten in psychiatrischen Einrichtungen (oder vergleichbaren Einrichtungen),
sowie Personal in derartigen Einrichtungen.
Eine berufliche Indikation besteht für Personal im Labor, Rettungsdienst, Gesundheitswesen, auch technisches und Reinigungspersonal im Gesundheitswesen,
Studenten, Auszubildende und Personal und Gefährdete mit Umgang mit infektiösem Material.
Personal mit Umgang mit Drogenabhängigen. 

Indikation als Reise-Impfung besteht für Reisen in Regionen mit hohem Vorkommen von Hepatitis-B (insbesondere bei engem Kontakt zur Bevölkerung oder Verletzungsgefahr). 

Postexpositionelle Indikation zur Hepatitis-B-Impfung besteht nach Nadelstichverletzung und für Neugeborene infektiöser Mütter (auch wenn der Hepatitis-B-Status der Mutter nicht geklärt ist). 

Kontraindikation 

Behandlungsbedürftige Akuterkrankung, Unverträglichkeit der Hepatitis-B-Impfung in der Vergangenheit und Allergie gegen den Impfstoff oder Bestandteile des Hepatitis-B-Impfstoffs.
Kinder können mit dem Kinderimpfstoff mit reduzierter Dosis geimpft werden.<
Für Schwangere und Stillende kann aufgrund nichtausreichender Datenlage keine Empfehlung abgegeben werden.

Impfstoff

Nichtlebend-Impfstoff. Ein Abstand zu anderen Impfungen ist nicht erforderlich. Die Impfstoffe gelten als zuverlässig. Die Wirksamkeit beginnt 2 Wochen nach der 2. Dosis. Nach kompletter Grund-Immunisierung muss die Hepatitis-B-Impfung frühestens nach 10 Jahren aufgefrischt werden. Die Grundimmunisierung bei der Hepatitis-B-Impfung besteht aus 3 Dosen: 2.Dosis nach ca. 30 Tagen, 3.Dosis nach 6  Monaten. Es gibt auch ein Schnellimmunisierungs-Schema mit 3 Impfungen in 4 Wochen und einer 4. Impfung nach 12 Monaten. Der Kombinations-Impfstoff (Hepatitis A und B) folgt dem gleichen Impf-Schema wie die Hepatitis-B-Impfung. Für Dialyse-Patienten stehen überdosierte Impfstoffe zu Verfügung. Die Hepatitis-B-Impfung ist auch wirksam gegen Hepatitis-D (da man sich nicht mit Hepatitis-D infizieren kann ohne eine Hepatitis-B zu haben). Gegen Hepatitis-C und andere Arten von Hepatitis gibt es keine Impfung. Der beste Schutz ist verantwortungsvolles Verhalten in allen Lebenslagen. 

Titer-Kontrolle 

Bei der Hepatitis-B-Impfung  gibt es nach regulärer Grundimmunisierung Low-Responder und Non-Responder (d.h. Personen, die ungenügend Antikörper bilden und damit keinen ausreichenden Impfschutz). Bei gefährdeten Personen, sollte 6 Wochen nach abgeschlossener Grundimmunisierung ein Blut-Test auf Hepatitis-B-Antikörper durchgeführt werden (Anti-HBs). 

Bei einem Titer unter 100 iE erfolgen dann weitere Impfungen und weitere Titerkontrollen.

Reise-Impflinge, die in der Kindheit eine komplette Grundimmunisierung gegen Hepatitis-B erhalten haben, erhalten eine Auffrisch-Impfung und nach 6 Wochen eine Titerkontrolle.

Hepatitis-B-Erkrankung 

Übertragung durch Blutprodukte (Spritzen, verunreinigte Infusionen), blutige Verletzungen (Rasiermesser, Piercing, Tätowierung) und sexuell. Die Infektiosität ist abhängig von der Viruskonzentration im Blut der ansteckenden Person.

Der häufigste Übertragungsweg in Endemiegebieten ist bei der Geburt von der Mutter auf das Neugeborene mit einem extremen Risiko der chronischen Hepatitis beim Kind.

Die Inkubationszeit beträgt ein bis sechs Monate. Etwa ein Drittel der Infizierten wird akut krank (Allgemeinsymptome und Gelbsucht, Anstieg der Leberwerte).

Fünf bis zehn Prozent entwickeln länger als 6 Monate keine Antikörper und bekommen eine chronische Hepatitis mit der Gefahr der Leberzirrhose und Lebertumor. Diese Personen sind infektiös. Wer mit antiviralen Medikamenten behandelt wird, wird im speziellen Fall von Leberspezialisten entschieden. 

Wir empfehlen nicht nur die Hepatitis-B-Impfung, sondern auch die Blut-Testung auf alle Hepatitis-Arten (für Deutsche und Migranten). Fälle von nichterkannter, ansteckender Hepatitis sind sehr häufig.