Meningitis (Gehirnhautentzündung)

Im sog. Meningitis-Gürtel Afrikas (Sahara, Äquator bis südlich des Äquators) und Arabiens gibt es jahrelang andauernde Epidemien von Meningokokken-Gehirnhaut-Entzündung, die bis zu 1 Prozent der Bevölkerung betreffen mit ca. 10 Prozent Sterblichkeit, hauptsächlich in der Trockenzeit. Diese Epidemien sind weitgehend unerklärlich (am ehesten abhängig von hygienischem Substandard, aber auch lokalen Faktoren). Eine Meningokokken-Erkrankung ist prinzipiell immer lebensbedrohlich, auch bei bester medizinischer Versorgung.

Diese Umstände sind vielen Reisenden unbekannt.

Verschiedene Reiseländer verlangen bei Einreise den gültigen Nachweis einer Meningokokken-Impfung. Saudi Arabien verlangt bereits zur Visum-Erteilung den Nachweis (Hadj-Pilger müssen sich daher rechtzeitig um die Impfung kümmern. In manchen Jahren werden von den Saudi Arabischen Visumsbehörden auch noch andere Impfnachweise verlangt, z.B. Influenza-Impfung). 

Indikation 

Reise-Impfung (Impfstoff: ACW135Y) bei Reisen in den sog. afrikanischen Meningitis-Gürtel, Hadj-Pilger (bereits zum Visum-Antrag für die Einreise nach Saudi-Arabien (ACW135Y), Beginn der Gültigkeit 10 Tage nach der Impfung bis 3 Jahre (bei Polysaccarid-Impfstoff)

Reisen in aktuelle Endemie-Gebiete (ACW135Y),

Katastrophenhelfer, militärische Auslandseinsätze, Medizinisches Personal in Entwicklungsländern (ACW135Y),

Häufige Pflichtimpfung bei Studien-Aufenthalten in angelsächsischen Ländern (ACW135Y). 

Standard-Impfung Meningokokkken (Gruppe C) für Säuglinge im Alter von 2-23 Monaten, Patienten mit Immun-Defekten, Patienten, denen die Milz fehlt. 

Postexpositionell wird für Personen, die Kontakt hatten mit einem akut Meningokokken-Erkrankten (auch 7 Tage zurück), bekommen möglichst bald eine Meningokokken-Impfung und Antibiotika (Rifampicin , bzw. Ceftriaxon für Schwangere).

In Deutschland kommt auch der Serotyp B vor, gegen den es noch keinen Impfstoff gibt.

Kontraindikation

Behandlungsbedürftige Akutkrankheit, Unverträglichkeit früherer Meningitis-Impfung, Allergie gegen den Impfstoff oder dessen Bestandteile. Für Schwangere kann aufgrund unzureichender Datenlage keine Empfehlung abgegeben werden.

Impfstoffe

 Nichtlebend-Impfstoffe. Ein Abstand zu anderen Impfstoffen ist nicht notwendig. Die Wirksamkeit gilt als zuverlässig und beginnt ca.4 Wochen nach der Meningokokken-Impfung. Der Konjugatimpfstoff ACW135Y ist für die Zukunft empfehlenswert (allerdings erst ab dem 11. Lebensjahr zugelassen, in USA ab 2. Lebensjahr) um ein vermindertes Ansprechen zu vermeiden. 

Eine Meningokokken-Meningitis ist ein absolut akut lebensbedrohlicher Zustand und eine Meningokokken-Impfung nicht nur für Afrika-Reisende sehr zu empfehlen