Pneumokokken-Impfung 

Der verwendete Impfstoff wirkt gegen 23 Subtypen der Pneumokokken. Der Vorteil einer Pneumokokken-Impfung gegenüber einer Antibiotika-Therapie ist, dass die Impfung auch vor Subtypen des Erregers schützt, die bereits gegenüber Antibiotika resistent sein könnten. Eine Pneumokokken-Lungenentzündung ist eine schwere Erkrankung (ca. 25 Prozent der Lungenentzündungen sind von Pneumokokken verursacht. Jährlich sterben in Deutschland ca. 10000 Menschen an einer Pneumokokken-Pneumonie. Auch Reisende können sich durch eine Impfung schützen. Die Erwägungen sind analog zur Grippe-Impfung. Reisende haben oft Kontakt zu einer Vielzahl anderer Personen, die in  der Lage sein können, eine ansteckende Erkrankung zu übertragen.

Indikation 

Die STIKO sieht die Pneumokokken-Impfung als Indikations-Impfung (das ist eine Impfung zum Schutz des Individuums aufgrund individueller Konstellationen und zum Schutz Dritter) für folgende Personen:

Kinder (Mindestalter 2 Jahre), Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit, z.B. angeborene oder erworbene Immundefekte mit T-/B-Zell Restfunktion (auch vor geplanter Entfernung der Milz) und chronische Erkrankungen (Herz/Kreislauf, Atemwege, Diabetes und Stoffwechsel-Krankheiten, chronische Nierenerkrankungen, chronische neurologische Erkrankungen, Liquor-Fistel). 

Kontraindikation 

Behandlungsbedürftige Akuterkrankung.

Frühere Unverträglichkeit der Pneumokokken-Impfung.

Allergie gegen den Impfstoff oder Bestandteile des Pneumokokken-Impfstoffs.

Für Schwangere und Stillende kann aufgrund der nichtausreichenden Datenlage keine Empfehlung abgegeben werden. 

Impfstoff

Es gibt  für Kinder ab einem Mindestalter von 2 Monaten bis 5 Jahre einen Konjugatimpfstoff mit 7 Subtypen. Ab dem 2. Lebensjahr gibt es einen Polysaccharid-Impfstoff mit 23 Subtypen. Polysaccaridimpfstoffe hinterlassen bei unter 2-Jährigen keine ausreichende Immunantwort. Der Polysaccaridimpfstoff kann mit einem Abstand von 8 Wochen zum Konjugat-Impfstoff gegeben werden. Gefährdete Personen erhalten eine Wiederholungsimpfung nach 5 Jahren (gefährdete Kinder nach 3 Jahren).