Typhus 

Wer in Regionen mit niedrigem Hygiene-Standard reist, sollte das Risiko einer Typhus-Erkrankung kennen. Betroffen sind hauptsächlich Individual-Reisende (Trekking), Dienstreisende, aber auch Hilfs-Kräfte in Krisenregionen und bei Katastrophen-Einsätzen.

Generell sollten Reisende auf den Genuss von unverpacktem Trinkwasser verzichten; ebenso auf nicht ausreichend gegarte Speisen.

Die Typhus-Impfung bietet einen guten, aber keinen perfekten Schutz. Der Ausbruch der Krankheit ist abhängig von der Anzahl der aufgenommenen Keime. Bei hoher Keimzahl kann die Krankheit rascher zum Ausbruch kommen.

Typhus (gr: der Nebel) führt zu sehr hohem (treppenartig ansteigendem) Fieber mit der Gefahr der Austrocknung und dementsprechend ´benebelten´ Geisteszustand. Alleinreisende sind hier besonders gefährdet. Erkrankte können  in ihrem beklagenswerten Zustand schlecht Auskunft geben. 

Impfstoff 

Es gibt zur Typhus-Impfung 2 Impfstoffe, die einen vergleichbaren Schutz bieten. Der injizierbare Nichtlebend-Impfstoff wird einmalig gegeben und alle 3 Jahre wiedergeimpft. Ein Abstand zu anderen Impfungen muss bei der Typhus-Impfung nicht eingehalten werden. Der Lebend-Impfstoff (Schluckimpfung) wird als Kapsel eingenommen an den Tagen 1,3 und 5, jeweils eine Stunde vor dem Frühstück (keine gleichzeitige Einnahme von Abführmitteln, Antibiotika oder Malariamedikamenten). Wiederholung der Schluckimpfung nach 1 Jahr. Beide Impfstoffe haben eine befriedigende Wirksamkeit (werden aber mangels Alternative empfohlen). Beim gespritzten Impfstoff beginnt die Wirkung 7 Tage nach der Impfung; bei der Schluckimpfung 10 Tage nach der Impfung. Gegen Salmonellen sind beide Impfstoffe unwirksam.

Indikation

Reisen in Endemiegebiete, Tropenreisen, einfache Reisebedingungen, Hilfseinsätze, Krisen- und Katastrophen-Regionen, einfache Hygiene-Standards.

Kontraindikationen 

Akute Erkrankungen.  Allergie gegen den Impfstoff oder Bestandteile des Impfstoffs.

Frühere Unverträglichkeit gegen Typhusimpfstoff.

Immungeschwächte Patienten sollten sich nicht mit dem oralen Lebend-Impfstoff impfen, sondern den injizierbaren Nichtlebend-Impfstoff wählen.

Kinder können nach dem 1. Lebensjahr mit dem oralen Impfstoff geimpft werden, mit dem injizierbaren Impfstoff nach dem 2. Lebensjahr.

Für Schwangere können keine Empfehlungen abgegeben werden, weil zu wenige Daten vorliegen. Stillende können mit dem Nichtlebend-Impfstoff geimpft werden. 

Typhus-Erkrankung

Der Übertragungsweg ist fäkal-oral (verunreinigtes Wasser und Nahrung).

Die Inkubationszeit ist kurz: ein bis 2 Wochen (es werden aber auch Inkubationszeiten von 3 bis 60 Tagen berichtet). Nach anfänglichen unspezifischen Krankheitssymptomen kommt es zum treppenförmigen Fieberanstieg bis nach ca. einer Woche anhaltend hohes Fieber erreicht wird, das wochenlang sehr hoch bleiben kann. Im Gegensatz zu anderen hochfieberhaften Bakterien-Infektionen haben die Erkrankten oft einen langsamen Herzschlag (med.:  Bradycardie) und erniedrigte Zahlen von weißen Blutkörperchen (med.: Leukopenie). Typisch ist ein rotfleckiger Hautausschlag an Oberkörper und Bauchhaut. Nach 2 Wochen können durch die Dünndarmentzündung erbsbreige Durchfälle auftreten. Die Durchfälle können aber auch fehlen.

Komplikationen im Krankheitsverlauf sind häufig: Milzvergrößerung, durch die Entzündung des Darmes kann der Darm durchlässig werden (med.: Perforation und Peritonitis), Gehirnhautentzündung, Haarausfall, und durch das hohe Fieber mit Austrocknung des Körpers Störungen des Bewusstseins (gr.: Typhus, der Nebel).

Das hohe Fieber sinkt langsam stufenweise wieder ab.

Etwa fünf Prozent der unbehandelten Erkrankten werden zu Dauer-Ausscheidern,

d.h. sie scheiden mit Stuhl länger als 1 Jahr Typhusbakterien aus,  die in den Gallenwegen überleben können. Dauer-Ausscheider können andere anstecken, ohne selbst noch krank zu sein. Die Erkrankung ist meldepflichtig und Erkrankte werden vom zuständigen Gesundheitsamt aufgefordert, Stuhlproben abzugeben bis zur Erregerfreiheit. 

Oft ergibt sich der Verdacht auf  Typhus aus den typischen Krankheitssymptomen und dem Reiseverlauf. Der Nachweis der Erkrankung kann schwierig sein. Der Nachweis von Erregern in sog. Blutkulturen in den ersten 2 Erkrankungswochen beweist die Erkrankung. Der Erregernachweis im Stuhl gelingt nur ganz am Anfang der Erkrankung und nach 2 Wochen. Antikörper im Blut können nach der ersten Erkrankungswoche nachgewiesen werden (können aber auch fehlen, wenn gleich mit Antibiotika behandelt wurde).

Mit Antibiotika ist eine Typhusinfektion gut behandelbar.

Eine Typhusimpfung  ist nicht teuer und bietet Schutz, bewahrt aber nicht vor der persönlichen Hygiene-Sorgfaltspflicht.